Balz- und Paarungsverhalten

Hat sich ein Pärchen Agaporniden gefunden, wird es irgendwann, spätestens nach Eintreten der Geschlechtsreife, zum Werben des Männchens um das Weibchen kommen. Dabei baut sich der Hahn vor dem Weibchen auf, trippelt vor ihm auf der Stange oder auf einem Ast hin und her und gibt dabei leise, zwitschernde Laute von sich. Immer öfter versucht er nun, seine Partnerin zu füttern. Geht die Henne auf das Werben ein, duckt sie sich, spreizt die Flügel, stellt die Schwanzfedern auf und läßt den Hahn auf ihren Rücken steigen. Der Hahn steigt auf, wobei er sich unter Umständen mit dem Schnabel im Nacken der Henne festhält und selbst die Flügel ausbreitet, um das Gleichgewicht zu halten, preßt seine Kloake gegen die des Weibchens und begattet es. Die Kopulation, auch "Tretakt" genannt, dauert mehrere Minuten; sie findet einige Tage vor der ersten Eiablage mehrmals täglich statt.

Nestbau

Es ist die Sache des Weibchens vor und während der Eiablage mit dem Nestbau zu beginnen. Rosenköpfchen, Grauköpfchen, Tarantas und Orangeköpfchen transportieren hierfür feine Rindenstückchen im Bürzelgefieder in ihre Nisthöhle, bis der Boden der Höhle mehr oder weniger bedeckt ist. Unzertrennliche mit weißen Augenringen (Schwarz-, Pfirsich- und Erdbeerköpfchen) transportieren das Nistmaterial im Schnabel, weshalb ihnen der Transport auch größeren Stückchen möglich ist. Sie bauen daraus kunstvollere und überdachte, kompakte Nester.

Rosenköpfchen-Gelege

Eiablage und Brutbeginn

Die Eiablage der Unzertrennlichen erfolgt im allgemeinen im 2-Tages-Rhythmus, bis das Gelege durchschnittlich 4 bis 6 Eier umfaßt. Findet man mehr als 6 Eier im Nistkasten vor, liegt der Verdacht nahe, daß es sich bei den Tieren um kein echtes Pärchen, sondern um 2 Weibchen, die beide gelegt haben, handelt. Die Weibchen beginnen mit der Brut meist erst ab dem zweiten oder dritten Ei. Ab diesem Zeitpunkt wird man sie nur noch selten außerhalb des Nistkastens sehen, denn sie verlassen ihn nur noch, um Kot abzusetzen, oder um kurz etwas Nahrung aufzunehmen. Oft werden sie aber vom Hahn schnell wieder zurück gescheucht, der das Weibchen schon während der Brut im Nistkasten füttert. Es ist die Aufgabe des Hahnes, während der Brut vor dem Eingang der Nisthöhle Wache zu halten. Nur nachts gesellt er sich zu seinem Weibchen in die Höhle. Spätestens ab diesem Zeitpunkt bis zum Ausfliegen der Jungtiere sollte man sich angewöhnen, tägliche Nistkastenkontrollen durchzuführen, um sicherzugehen, daß mit Eltern und Jungtieren alles in Ordnung ist.

Nistkastenkontrolle bei einem brütenden Erdbeerköpfchen
(Foto: W. van der Veen)

Brutdauer und Schlupf

Die Brutdauer bei Agaporniden beträgt zwischen 21 und 25 Tagen; der Schlupf der Jungen richtet sich nach dem Zeitpunkt, ab dem die Henne angefangen hat, ihre Eier fest zu bebrüten. Er kündigt sich durch sehr feine Piepstöne, die aus dem Nistkasten dringen, an. Die Jungtiere schlüpfen entsprechend des Legedatums der Eier, im Idealfall also auch im Abstand von 2 Tagen. Es müssen aber nicht immer alle Eier eines Geleges befruchtet sein, so daß zwischen dem Schlupf zweier Jungtiere schon mal eine größere Lücke entstehen kann. Ist man nach einer ausreichend großen Sicherheitszeitspanne sicher, daß sich im Nistkasten Eier befinden, aus denen kein Jungtier mehr schlüpfen wird, sollte man diese Eier entfernen, um den Vögeln, die sich im Nest befinden, mehr Platz zu schaffen.