Das Elternpaar
Paarbildung
Entschließt man sich zur Zucht,ist es sinnvoll, sich erst einmal Klarheit
darüber zu verschaffen, ob das Pärchen, das man vorgesehen hat auch
tatsächlich ein "echtes" Pärchen ist! Werden irrtümlich
gleichgeschlechtliche Paare zusammengestellt, kommt es durchaus zur Paarbindung,
bei der ein Tier die Rolle des gegengeschlechtlichen Partners übernimmt.
Solche Bindungen können so stark werden, daß die Tiere auch in Anwesenheit
gegengeschlechtlicher Vögel nicht mehr bereit sind, sich von der Seite
zu weichen. Eine Zwangstrennung und -neuverpaarung würde für solche
Tiere sicher einen unnötigen, vermeidbaren Streß darstellen. Man
sollte diese Vögel daher nicht trennen, sondern versuchen, ein anderes
Zuchtpaar zu finden. Anzeichen dafür, daß man ein gleichgeschlechtliches
Paar bestitzt, zeigen sich manchmal erst bei begonnener Brutaktivität,
wenn nämlich sehr viele (10 und mehr), unbefruchtete Eier oder gar keine
Eier im Nistkasten liegen!
Stellt man ein Paar neu zusammen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, zueinander
passende Tiere zu finden. In einem größeren Schwarm von Vögeln
finden sich gut harmonierende Paare meist ganz von allein - immer vorausgesetzt
es sind ausreichend verschiedengeschlechtliche Tiere vorhanden.
Bietet sich eine solche Möglichkeit zur Paarzusammenstellung nicht und
man wählt selber zwei Vögel als Partnervögel füreinander
aus, gibt es verschiedene Methoden zur Geschlechtsbestimmung, die auch bei kleinen
Papageien anwendbar sind. Ob eine solche "Zwangsverpaarung" klappt
oder nicht, liegt im Endeffekt ganz allein bei den Vögeln. Etwas Zeit,
sich aneinander zu gewöhnen sollte man den Tieren geben und erst dann eine
erste Prognose wagen. Zeichen, daß (zu mindest bei einem zweier Vögel)
Interesse an einer Paarbildung besteht, sind z. B. Fütterungsversuche (von
Seiten des Hahns her), bzw. Spreizen der Flügel und Ducken (von Seiten
der Henne her).
Bitte beachten
Theoretisch ist esmöglich, mit Elterntieren verschiedener Arten zu züchten.
Es gibt aber gute Gründe, die dagegen sprechen. Das Ergebnis einer slchen
Verpaarung sind Mischlinge der verschiedenen Agaporniden-Arten, die es ehemals
gar nicht gab. Erst in jüngerer Zeit beobachtet man die Mischlingsbildung
auch innerhalb der Vogelpopulationen Afrikas (Schwarz-Pfirsichköpfchen
und Russ-Erdbeerköpfchen), was bedeutet, dass dort die ursprünglichen
Arten früher oder später verschwinden werden. Viele Züchter bemühen
sich daher um die Erhaltung der reinen Arten zumindest in Gefangenschaft - ein
Bemühen, dem jede Mischlingszucht genau entgegen entstehen würde,
zumal die Nachkommen den Augenring-Mischlinge fruchtbar sind und sich untereinander
weiter fortpflanzen können. Mischlinge von Rosenköpfchen und Augenring-Unzertrennlichen
sind allerdings unfruchtbar - dieser Weg führt also in eine biologische
Sackgasse.