Grösse
Vogelkäfige sind niemals
zu groß, oft aber zu klein. Ein Käfig soll es dem Vogel wenigstens
ermöglichen, eine kurze Strecke von Ast zu Ast fliegen zu können,
ohne dabei mit den Flügeln anzustoßen. Diese Voraussetzungen erfüllen
nur (Zimmer-)Volieren (Voliere = Flugraum) in idealer Weise. Ein Käfig
zur Unterbringung von ein bis maximal zwei Pärchen sollte eine Mindestbreite
von einem Meter nicht unterschreiten. Zusätzlich ist den Vögeln bei
dieser Käfiggröße Freiflug in der Wohnung zu gewähren.
Auf Rundkäfige, die den Tieren keinerlei Orientierungsmöglichkeit
bieten sollte aus Gründen des Tierschutzes ganz verzichtet werden.
Noch größere Käfige, bzw. Volieren als die des Fachhandels sind
bei spezialisierten Volierenbauern zu bekommen oder, mit etwas Geschick, selber
zu bauen.

(Foto: S. Schilling)
Material
Da Agaporniden mit ihren
kräftigen Schnäbeln gerne nagen, muss die Behausung stabil sein. Am
besten eignen sich Käfige und Volieren ganz aus unbeschichtetem Metall.
Sie lassen sich zusätzlich leicht reinigen. Bei Käfigbauten aus Holz
sollte man beachten, dass sämtliche Holzteile für die Schnäbel
unzugänglich sind, z. B. durch entsprechende Verkleidung solcher Teile
mit Metallleisten.
Weniger bedeutsam für die Vögel der Verlauf der Käfiggitter.
Stimmt der Abstand der Gitterstäbe mit maximal 16 mm, dann ist es egal,
ob die Gitter waagerecht oder senkrecht verlaufen. Unzertrennliche sind Akrobaten,
die sogar senkrecht verlaufende Stäbe für sich nutzen.
Achten Sie beim Kauf oder Bau darauf, dass der Käfig genügend große und kleine Türen besitzt, durch die Sie alle Stellen der Behausung leicht erreichen können.
Sitzgelegenheiten
Zur Inneneinrichtung des
Käfigs gehören Naturzweigen als Sitzstangen. Sie müssen aufgrund
des starken Nagetriebs der Vögel einmal pro Woche erneuert werden. Naturzweige
sorgen durch ihre unterschiedlichen Durchmesser und Formen für Fußgymnastik,
sind gesund für den Bewegungsapparat und bieten durch Rinde, Blätter,
Knospen und Blüten eine tolle Beschäftigung. Für Agaporniden
geeignet sind z. B. Zweige von Weide, Birke, Ahorn, Eiche, Linde, Buche, Haselnuss
und Obstbäumen.
Befestigen Sie die Sitzäste nicht starr am Käfiggitter, sondern so,
dass die Zweige federn und dem Gewicht der Vögel nachgeben können.
Neben Naturzweigen sind daher auch Schaukeln, Ringe, Leitern und Seile aus Baumwolle
oder Hanf als Sitzgelegenheiten bestens geeignet.
Damit sich ihre Vögel sicher fühlen, sollte die höchste Sitzgelegenheit
im Käfig etwas über Augehöhe positioniert werden.
Spielzeug
Spielzeug aus dem Zoofachhandel
Seile, Schaukeln,
Ringe, Hängebrücken - je mehr es wackelt und schaukelt desto mehr
macht es Spaß, ist gesund für die Füße und trainiert ganz
nebenbei die gesamte Muskulatur. Runde Heunester unterschiedlicher Größen
und Formen, wie sie eigentlich für kleine Nager gedacht sind, werden erkundet
und in zerpflückt. Auch Röhren aus Naturkork eignen sich als Abenteuer-Spielplatz
für Unzertrennliche. Sie sind ein prima Versteck und Klettergerät
und benagen lassen sie sich auch noch.
Selbsterfundenes Spielzeug
Es sind vor allem
Naturzweige, die im Käfig als Sitzgelegenheiten dienen, die aber zusätzlich
beknabbert und entrindet werden und so eine prima Beschäftigung sind -
solange, bis sich die Vögel buchstäblich den Ast, auf dem Sie sitzen,
abgesägt haben. Neue Äste sind daher alle paar Tage zu besorgen -
eine Tatsache, die schon so manchem Bäumchen zum Verhängnis wurde.Eine
Variante ist es, einmal zusätzlich Zweige als Bündel senkrecht an
den Seiten des Käfigs zu befestigt, oder die Bündel wahlweise auch
verkehrt herum von der Decke baumeln zu lassen. Sie werden staunen, an welchen
Schrägen Ihre Vogel ganz problemlos landen können. Mutter
Natur hat es eingerichtet, dass Zweige und Äste mehrmals im Jahr von ganz
allein ihr Erscheinungsbild für die Vögel ändern: sind es im
Winter "nur" Rinde und Holz, die bespielt werden, sind es im Frühjahr
Knospen und Blüten, die verlocken. Im Sommer schließlich ist es atemberaubendes
Bild, wenn man seine Vögel einmal turnend im grünen Blätterwald
bestaunen darf. Unzertrennliche
spielen aber auch mit "Haushaltgegenständen". Leere Klo- oder
Küchenpapierrollen eignen sich hervorragend zum Herumtragen, Herumrollen
und letztendlich wieder zum Zerschreddern. Auch unbehandelte Weiden- oder Bastkränze
sind mehr als beliebt - und erleiden früher oder später das gleiche
Schicksal wie Zweige und Papprollen.
Gefundenes Fressen
Gitterbälle
gespickt mit Kolbenhirse, Salat, Kräutern oder Vogelmiere werden erobert
und "erlegt". Die bereist erwähnten Papprollen können auch
mit Kolbenhirse oder anderen Leckerchen befüllt werden, so dass sich die
Vögel diese Snacks zuerst erarbeiten müssen. Streuen
Sie auch einmal etwas Futter auf den Boden oder vermischen Sie die Körner
in einer flachen Schale mit Buchenholzgranulat oder Sand. Körnersuche hält
schlank und macht fit. Bringen Sie Kolbehirse oder andere Leckerchen an kniffligen
Stellen an, z. B. an Schaukeln oder hängend an Seilen, so werden Vögel
zu kleinen Akrobaten. Selbstgezogenes Grünfutter im Blumentopf lässt
sich in den Käfig stellen und nach Abernten durch die Vögel weiterzüchten.
Geeignet sind vor allem Vogelmiere, verschiedene Getreidearten, Gräser,
Hirsen.
Das Vogel-Schlafzimmer
Um den Vögeln einen Rückzugsort zu schaffen, bringen Sie im Käfig Schlafhäuschen an. Sie unterscheiden sich von den rundum geschlossenen Nistkästen durch die fehlende Vorderfront, sind also völlig offen. Anders als Nistkästen animieren Schlafhäuschen die Vögel nicht zur Brut an. Eine zweite Möglichkeit, den Vögeln Geborgenheit zu bieten, sind Schlafbrettchen, die Sie in den Ecken oder an den Seiten des Käfigs oder der Voliere befestigen. Als Grundregel gilt, dass immer mehr Schlafhäuschen, bzw. Sitzbrettchen als Paare in einer Voliere vorhanden sein sollten, um Streitigkeiten und Rangordnungskämpfe zu vermeiden.
Futter- und Wassernapf
In den Käfig gehören
mehrere Futternäpfe und ein Wassernapf. Es eignen sich hierfür Näpfe
aus Keramik oder Edelstahl, denn sie sind robust und leicht zu reinigen. Je
größer der Durchmesser der Näpfe, desto leichter gelangen die
Vögel an zuunterst befindlichen Saaten.
Von der Verwendung von Futterautomaten, bzw. Futterspendern und Trinkröhrchen
rate ich ab. Futterspender verstopfen leicht, so dass neue Körner nicht
nachrutschen können. Die durchsichtigen Röhrchen, in denen sich das
Futter, bzw. das Wasser befindet, sind vor allem während der warmen Jahreszeit
eine Brutstätte für Bakterien und Algen. Positionieren Sie Futter-
und Wassergefäße so, dass sie nicht durch von oben herabfallenden
Vogelkot verunreinigt werden.
Das Vogelbad
Eine Badegelegenheit darf bei den Unzertrennlichen nicht fehlen. Ihrem Badeverhalten kommt dabei eine flache Tonschale, die man auf dem Boden oder etwas erhöht auf einem Baumstumpf oder ähnlichem aufstellt, am ehesten entgegen. Viele Vögel lieben es auch, mit einer Blumenspritze abgeduscht zu werden, oder sich in einem nassen Salatblatt zu baden. Geschlossene Badehäuschen, die von außen an die Käfigtüre gehängt werden, sind für Agaporniden weniger geeignet.
Die Einstreu
Bei der Käfig- oder Voliereneinstreu hat man die Wahl zwischen Vogelsand verschiedener Körnungen und Buchenholzgranulat. Während Letzteres ergiebiger und saugfähiger ist, enthält der Vogelsand auch lebenswichtige Mineralien und Magensteinchen (Grit), die die Vögel für die Verdauung des Körnerfutters benötigen. Entscheidet man sich also für Buchenholzgranulat als Einstreu, ist Grit in einem Extra-Napf zu reichen.
Die Beleuchtung
Licht steuert den Lebensrhythmus,
den Hormonhaushalt, den Stoffwechsel und regt das Immunsystem an. Im Gegensatz
zu unseren Augen sind Vogelaugen sogar in der Lage, den UV-Anteil des Sonnenlichtes
wahrzunehmen. Wird der UV-Anteil aus dem Licht herausgefiltert (z. B. durch
Fensterglas), so verändert sich die Umwelt des Vogels: Umgebung, Futter,
Artgenossen erscheinen in der falschen Farbe. Für Tiere, die ausschließlich
in der Wohnung gehalten werden, haben sich deshalb sogenannte Tageslichtlampen
bewährt, die das Spektrum des natürlichen Sonnenlichts zur Verfügung
zu stellen.
Vogellampen benötigen spezielle Vorschaltgeräte, die dafür sorgen,
dass auch das hochauflösende Vogelauge durch keinerlei Flackern gestört
wird. Tageslichtlampen für Vögel, passende Fassungen und Vorschaltgeräte
erhalten Sie im Zoofachgeschäft oder Elektrohandel.
